Glossar Storytelling Stand:

Die Aufopferung (Masterplot 16)

Die Aufopferung (Masterplot 16) in drei Sätzen

Die Aufopferung ist der sechzehnte der zwanzig Masterplots nach Ronald B. Tobias. Jemand gibt weit mehr, als gesellschaftlich oder moralisch zu erwarten wäre. Damit das zählt, beginnt die Figur meist selbstbezogen - und das bedeutsame Opfer ist immer das kostspielige: Was nichts kostet, ist wenig wert.

Was ist die Aufopferung?

Die Aufopferung ist der sechzehnte der zwanzig Masterplots nach Ronald B. Tobias. Eine Figur gibt am Ende weit mehr, als irgendjemand von ihr verlangen könnte. Der Trick liegt im Anfang, und er ist nicht selbstverständlich: Die Figur soll zu Beginn selbstbezogen sein, kein Heiliger. Rick Blaine in Casablanca ist stur, zynisch, ohne höhere Ideale. Genau das macht sein späteres Opfer erst wertvoll.

Tobias bringt es auf einen Satz: Das bedeutsame Opfer ist das kostspielige. Was nichts kostet, ist wenig wert. Hätte die Figur von Anfang an reine Ideale, fiele ihr das Opfer leicht, und es wäre dramatisch wertlos.

Wie sich die Aufopferung entfaltet

Drei Bewegungen. Zuerst der Charakter vor dem Opfer, in normalen Verhältnissen und mit niedriger Ausgangsmoral, ehe ein Katalysator das Gleichgewicht stört. Dann das moralische Dilemma, das keine bequeme Lösung hat. Die Figur sucht vielleicht erst den leichten Ausweg, doch nach und nach werden Wahrheit und Wahl unausweichlich. Wir dürfen nie sicher sein, dass sie das Richtige tut, und der Einsatz muss hoch sein. Zuletzt das Opfer selbst, der Moment der Wahrheit. Rick gibt Ilsa auf und schickt sie mit Laszlo fort und steigt auf eine höhere moralische Ebene.

Woran ich die Aufopferung erkenne

Der Prüfstein ist der Preis. Kostet das Opfer die Figur nichts Teures, rührt es niemanden. Und es braucht den moralischen Abstand zum Anfang, sonst gibt es keine Steigung zu zeigen. Für eine Geschichte über Haltung lasse ich die Figur deshalb bewusst tief unten beginnen, damit ihr Opfer am Ende wirklich wiegt.

Verwandte Begriffe

Masterplot · Opfer bringen · Moralischer Mut · Für andere einstehen · Der Aufstieg