Glossar Psychologie Stand:

Unterwerfung (Schema)

Unterwerfung (Schema) in drei Sätzen

Unterwerfung ist das erste Schema der Domäne Fremdbezogenheit. Eine Figur mit diesem Schema gibt die Kontrolle über ihr Leben an andere ab - sie unterdrückt eigene Bedürfnisse, Meinungen und Gefühle, weil sie Strafe, Ablehnung oder Verlassenwerden fürchtet. Anders als bei der Selbstaufopferung geschieht das aus Zwang und Angst, nicht aus freiwilliger Güte.

Was beschreibt das Unterwerfungs-Schema?

Unterwerfung - im Englischen Subjugation - ist das erste Schema der Domäne Fremdbezogenheit, dessen Kernsatz lautet: Ich muss die Bedürfnisse anderer über meine stellen. Eine Figur mit diesem Schema übergibt die Kontrolle über ihr Leben an andere, weil sie deren Strafe, Wut, Ablehnung oder Verlassenwerden fürchtet.

Young unterscheidet zwei Formen: die Unterwerfung der Bedürfnisse - eigene Wünsche werden zurückgestellt - und die Unterdrückung der Gefühle, besonders der Wut.

Das Angstmotiv

Der entscheidende Punkt ist das Motiv. Die Figur fügt sich nicht aus Überzeugung, sondern aus Angst. Sie spürt ihre eigenen Wünsche sehr wohl, traut sich aber nicht, sie geltend zu machen. Genau deshalb staut sich das Unterdrückte: zu Groll, passiver Aggression oder plötzlichen, für die Umgebung überraschenden Ausbrüchen. Das Schema entsteht aus kontrollierender, bestrafender oder bedrohlicher Erziehung, in der Eigenwille gefährlich war.

Abgrenzung zur Selbstaufopferung

Beide Schemata stellen andere voran, aus völlig verschiedenen Gründen. Die Unterwerfung handelt aus Angst - Ich muss, sonst droht Strafe. Die Selbstaufopferung handelt aus Schuld und Güte - Ich will, weil mein Leiden geringer wiegt. Die eine ist erzwungen, die andere scheinbar freiwillig.

Hoch gegen niedrig

Bei hoher Intensität löscht das Schema jede Selbstbehauptung aus; die Figur weiß am Ende oft selbst nicht mehr, was sie will. Bei niedriger Intensität zeigt sich nur Nachgiebigkeit unter Druck.

Rolle im Charakter

Im Charaktersystem erzeugt dieses Schema angepasste, konfliktscheue Figuren mit verborgenem Widerstand - und treibt den unterwürfig-anpassenden Coping-Modus an. Der dramaturgisch reizvolle Moment ist der Bruch: wenn der aufgestaute Groll endlich heraus muss.

Verwandte Begriffe

Young-Schemata · Selbstaufopferung · Anerkennungssuche · Psyche-Bedürfnis