Die Flucht (Masterplot 5)
Die Flucht (Masterplot 5) in drei Sätzen
Die Flucht ist der fünfte der zwanzig Masterplots nach Ronald B. Tobias. Der Held ist gefangen und muss entkommen. Anders als bei der Rettung befreit er sich selbst - oft mit Hilfe von Mitgefangenen oder Außenstehenden. Das Herz des Plots ist der Moment, in dem die Kontrolle vom Antagonisten zum Helden überspringt.
Was ist die Flucht?
Die Flucht ist der fünfte der zwanzig Masterplots nach Ronald B. Tobias und der wörtlichste unter ihnen. Der Held sitzt fest und muss raus. Was ihn von der Rettung trennt, ist eine einzige Verschiebung: Hier ist er nicht der Retter, sondern das Opfer, und niemand kommt. Er muss sich selbst befreien.
Die Moral ist klar verteilt. Andy Dufresne sitzt in Die Verurteilten unschuldig in Shawshank. Genau diese Unschuld macht uns zu seinen Komplizen, jeden gegrabenen Zentimeter lang.
Wie sich die Flucht entfaltet
Drei Bewegungen. Zuerst die Gefangenschaft, mit ersten Fluchtversuchen, die scheitern. Der Antagonist hat die volle Kontrolle, und das soll man spüren. Dann der eigentliche Plan, der fast immer durchkreuzt wird, denn würde er gleich gelingen, wäre die Geschichte vorbei. Jeder Rückschlag erhöht den Einsatz. Andy gräbt jahrelang heimlich mit einem kleinen Steinhammer. Zuletzt die gelingende Flucht, die aktivste Phase, in welcher der Held die Kontrolle endlich zurückgewinnt. Er kriecht durch den Abwasserkanal in die Freiheit. Dieser Machtwechsel ist der ganze Sinn des Plots.
Woran ich die Flucht erkenne
Die Frage lautet: Wer dreht den Schlüssel um? Tut es der Gefangene selbst, ist es eine Flucht. Der Plot lebt vom Kippmoment, an dem die Ohnmacht in Handlung umschlägt. Für eine Veränderungsgeschichte im Coaching nutze ich genau diesen Punkt, an dem jemand aufhört, sich als Opfer zu sehen, und das erste eigene Werkzeug in die Hand nimmt, und sei es nur ein Steinhammer.
Verwandte Begriffe
Masterplot · Die Rettung · Die Verfolgung · Ausweglosigkeit · Spannungsbogen