Glossar Storytelling Stand:

Masterplot

Was ist ein Masterplot?

Ich habe lange geglaubt, eine gute Idee sei schon eine Geschichte — bis ich merkte, dass meine Ideen ohne ein klares Grundmuster zerfaserten und niemanden mitnahmen. Erst der Masterplot gab ihnen einen Konflikt und ein Ziel, an dem der Hörer sich festhalten konnte. So aufgeräumt, wie diese Definition klingt, war mein Weg dahin nicht; welche zwanzig Muster Tobias unterscheidet und wie du sie einsetzt, steht im Beitrag über die 20 Masterplots.

Evidenz-Ehrlichkeit: Was mich beim Vergleichen der Listen geerdet hat — die Zahl und Abgrenzung der Masterplots ist eine ordnende Setzung, kein empirischer Befund — andere Autoren zählen anders: Georges Polti nannte 36 dramatische Situationen, Christopher Booker sieben Grundplots. Nützlich als Werkzeugkasten, nicht als Naturgesetz.

Welche Kernelemente machen einen Masterplot aus?

  • Das Was, nicht das Wie: liefert Konflikt und Ziel, nicht die Anordnung der Szenen.
  • Archetypische Muster: Suche, Abenteuer, Verfolgung, Rache, Rätsel, Wettstreit, Verwandlung, Liebe, Versuchung.
  • Erwartung erzeugt Spannung: sobald der Hörer das Muster erkennt, weiß er unbewusst, worauf er achten muss.
  • Herkunft: Ronald B. Tobias, 20 Master Plots, and how to build them (1993).
  • Kombinierbar: keine starren Formeln, sondern Muster, die sich schichten und mischen lassen.

Verwandte Begriffe

Heldenreise · Drei-Akt-Struktur · Kishōtenketsu · Narrative Transportation · Spannungsbogen