Glossar
Kurze, belegte Begriffsklärungen — von Trance über Rapport bis zur Drei-Akt-Struktur. Jeder Eintrag beantwortet „Was ist X?" in drei Sätzen; die Anwendung steht im Journal.
Ankern
Das gezielte Koppeln eines Reizes mit einem inneren Zustand — damit der Reiz diesen Zustand später wieder auslöst.
WeiterlesenCliffhanger
Ein Erzählabbruch an der Stelle höchster Spannung — der Haken, den eine Geschichte im Kopf hinterlässt, wenn sie aufhört, bevor sie fertig ist.
WeiterlesenDefault Mode Network
Das Ruhezustandsnetzwerk des Gehirns — aktiv wenn wir träumen, uns erinnern und uns selbst erschaffen.
WeiterlesenDrei-Akt-Struktur
Das klassische Erzählgerüst aus Setup, Konfrontation und Auflösung — Aristoteles' Anfang, Mitte, Ende in moderner Form.
WeiterlesenFünf-Akt-Struktur
Der dramatische Bogen nach Gustav Freytag: Exposition, steigende Handlung, Höhepunkt, fallende Handlung und Katastrophe oder Lösung.
WeiterlesenFuture Pace
Das sensorisch erlebte Vorwegnehmen einer künftigen Situation, in der eine neu gewonnene Ressource bereits selbstverständlich wirkt — damit der Transfer aus der Sitzung in den Alltag gelingt.
WeiterlesenHeldenreise
Ein narratives Struktur-Modell nach Joseph Campbell: der Bogen aus Aufbruch, Prüfung und veränderter Heimkehr in zwölf Stationen.
WeiterlesenHypnotische Induktion
Der Übergang — wie ein Hypnotiseur die Aufmerksamkeit bündelt und den Boden für Suggestion bereitet.
WeiterlesenIsomorphe Metapher
Eine Geschichte, deren Struktur die Struktur des realen Problems 1:1 verdeckt abbildet — gleiche Relationen, andere Oberfläche.
WeiterlesenKishōtenketsu
Die ostasiatische Vier-Akt-Struktur — Einführung, Entwicklung, Wendung, Zusammenführung — ohne zwingenden zentralen Konflikt.
WeiterlesenKonfusionstechnik
Durch gezielte Verwirrung, Widerspruch und Überladung den kritischen Verstand überlasten — um genau in diesem Moment eine Suggestion einzupflanzen.
WeiterlesenMasterplot
Ein archetypisches Handlungsmuster — das wiederkehrende inhaltliche Grundgerüst einer Geschichte, etwa Suche, Rache, Verwandlung oder Wettstreit.
WeiterlesenMemory Reconsolidation
Das Zeitfenster, in dem eine reaktivierte Erinnerung labil wird — und neu überschrieben werden kann.
WeiterlesenMilton-Modell
Die Sammlung bewusst vager, „kunstvoll unbestimmter“ Sprachmuster Milton Ericksons — das Gegenstück zum präzisen Meta-Modell.
WeiterlesenNarrative Transportation
Das Phänomen, dass eine Geschichte so vollständig absorbiert, dass die reale Umgebung verblasst — kein Zufall, sondern ein messbares, beeinflussbares Konstrukt.
WeiterlesenNested Loops
Mehrere ineinander geschachtelte, zunächst offen gelassene Geschichten — geöffnet von außen nach innen, geschlossen von innen nach außen.
WeiterlesenNeugier-Lücke — Definition
Neugier entsteht nicht aus völliger Unwissenheit, sondern aus der wahrgenommenen Lücke zwischen dem, was ich schon weiß, und dem, was mir noch fehlt.
WeiterlesenPacing und Leading
Erst das aktuelle Erleben des Hörers aufgreifen und bestätigen, dann von dort aus behutsam in eine neue Richtung führen.
WeiterlesenPattern Interrupt
Das gezielte Stören eines automatisierten Ablaufs, das einen kurzen Moment der Offenheit erzeugt — bevor der nächste Gedanke einsetzt.
WeiterlesenRapport
Die vertrauensvolle, resonante Verbindung zwischen zwei Menschen — Voraussetzung jeder Wirkung in Therapie, Hypnose und Erzählung.
WeiterlesenReframing
Das Umdeuten eines Sachverhalts durch einen neuen Bedeutungs- oder Kontextrahmen — die Tatsache bleibt, aber ihre Bewertung dreht sich um.
WeiterlesenReorientierung
Das geordnete Zurückführen aus der Trance — warum es eine Kunst für sich ist und ob es wirklich nötig ist.
WeiterlesenSerial-Position-Effekt — Definition
Das Phänomen, dass in einer Reihe die ersten und die letzten Elemente besser erinnert werden als die in der Mitte — ein Primacy-Effekt am Anfang, ein Recency-Effekt am Ende.
WeiterlesenShow, don't tell
Die Schreibregel, die verlangt, Erleben durch konkrete Sinnesdetails und Handlung sichtbar zu machen — statt es mit abstrakten Wörtern zu benennen.
WeiterlesenSpannungsbogen
Der dramaturgische Auf- und Abbau von Spannung über eine Geschichte — messbar, psychologisch modelliert und weit rätselhafter als jede Pyramide vermuten lässt.
WeiterlesenSuggestion
Das Anbieten einer Vorstellung oder Idee, die der Empfänger ohne kritische Prüfung als eigenes Erleben übernimmt — der Wirkstoff hinter Trance, Placebo und hypnotischem Erzählen.
WeiterlesenTrance
Ein natürlicher, fokussierter Aufmerksamkeitszustand mit erhöhter Empfänglichkeit für Suggestion — kein Schlaf, kein Kontrollverlust.
WeiterlesenTrancephänomene
Was in Trance wirklich passiert — von Analgesie bis Amnesie, belegt und ehrlich bewertet.
WeiterlesenTransderivationale Suche
Der innere Prozess, mit dem ein Hörer eine vage oder mehrdeutige Aussage mit eigener Bedeutung füllt — und warum das im Erzählen der eigentliche Hebel ist.
WeiterlesenUtilisation
Was immer ein Mensch mitbringt — Widerstand, Ablenkung, Angst — kann zum Werkzeug der Veränderung werden, wenn man es aufgreift statt bekämpft.
WeiterlesenVerlustaversion — Definition
Die Tendenz, einen drohenden Verlust psychologisch stärker zu gewichten als einen gleich großen Gewinn — der Schmerz des Verlierens wiegt schwerer als die Freude des Gewinnens.
WeiterlesenWindow of Tolerance
Der Erregungsbereich, in dem ein Mensch Stress verarbeiten kann — ohne in Überflutung oder Erstarrung zu kippen.
WeiterlesenYes-Set
Eine Kette kleiner Ja-Antworten, die den Hörer auf innere Zustimmung einstimmt — bevor die eigentliche Einladung kommt.
WeiterlesenZeigarnik-Effekt
Das Phänomen, dass unterbrochene Aufgaben besser im Gedächtnis haften als abgeschlossene — eine offene Schleife beansprucht den Verstand, bis sie sich schließt.
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