Glossar Psychologie Stand:

Vorbereitung (Veränderungsphase 3)

Vorbereitung (Veränderungsphase 3) in drei Sätzen

Vorbereitung ist die dritte der fünf Veränderungsphasen, im Original Preparation. Die Ambivalenz ist überwunden, die Entscheidung gefallen: Die Figur plant die Veränderung für die nächste Zeit und unternimmt erste kleine Schritte. Sie sammelt Informationen, sucht Unterstützung, setzt Termine. Dies ist das Stadium der Schwelle - kurz vor dem Sprung.

Was beschreibt die Vorbereitung?

Vorbereitung - im Original Preparation - ist die dritte der fünf Veränderungsphasen. Sie beginnt, sobald die Waage gekippt ist. Das lange Abwägen der Bewusstwerdung ist vorbei, die Entscheidung gefallen. Prochaska und DiClemente fassen das Stadium über die zeitliche Nähe: Die Figur plant die Veränderung für den nächsten Monat und macht bereits erste, kleine Schritte in diese Richtung.

Die innere Haltung ist klar und gerichtet: „Ich plane es, ich bereite mich vor.” Das ist kein Reden mehr über das Problem, sondern erstes Hantieren mit der Lösung. Typisch sind konkrete Vorbereitungs-Handlungen: Informationen sammeln, sich Unterstützung organisieren, Termine setzen, einen Plan formulieren, vielleicht schon einen Testlauf wagen.

Was beschreibt der Wert?

In der Pro-Kontra-Bilanz haben die Vorteile der Veränderung die Gegengründe nun endgültig überholt - der Kreuzungspunkt, der in der Bewusstwerdung noch aussteht, ist hier überschritten. Damit sinkt die Ambivalenz spürbar; an ihre Stelle tritt Entschlossenheit, oft begleitet von einer steigenden Selbstwirksamkeit. Die Figur traut sich die Veränderung jetzt zu. Wichtig: Sie handelt noch nicht im vollen Sinne - sie rüstet sich. Das unterscheidet das Stadium von der Handlung.

Rolle im Charakter

Im Charaktersystem ist die Vorbereitung die Schwelle vor dem Sprung. Die Figur hat sich entschieden, steht aber noch im Anlauf. Erzählerisch trägt dieses Stadium eine besondere Doppel-Energie: die Vorfreude auf den Aufbruch und zugleich die Anspannung vor dem Risiko. Es ist das Versprechen, das jeden Moment eingelöst werden kann - und genau diese Erwartung lässt sich dramaturgisch spannen, etwa indem ein letztes Hindernis den Sprung verzögert.

Im Coaching-Modus ist hier ein neuer Anstoß-Typ angemessen, der in den früheren Stadien verfrüht gewesen wäre: die Selbst-Verpflichtung (Self-Liberation). Jetzt passt eine feste Commitment-Formulierung und vor allem ein konkreter, machbarer Plan - kleine erste Schritte, die den Erfolg in der folgenden Handlungsphase wahrscheinlich machen. Der Übergang wird leichter, wenn der erste Schritt klein genug ist, um nicht abzuschrecken.

Verwandte Begriffe

Veränderungsphasen · Sorglosigkeit · Bewusstwerdung · Handlung · Aufrechterhaltung