Copywriting-Frameworks im Vergleich: AIDA, PAS, BLUF & Co. - welche Formel wofür taugt

Sieben Überzeugungs-Frameworks habe ich hier einzeln auseinandergenommen - AIDA, PAS, SCQA, BLUF, PREP, STAR und Monroes Motivated Sequence. Diese Seite ist die Landkarte dazu: was jede Formel kann, wo sie versagt und wie du in dreißig Sekunden die richtige für deinen Fall findest.

Sieben Frameworks habe ich auf dieser Seite einzeln auseinandergenommen - und trotzdem stand ich selbst noch oft genug vor einem leeren Dokument und dachte: Welche Formel nehme ich denn jetzt? Genau dafür ist diese Seite da. Sie ersetzt keinen der Einzelartikel; sie ist die Landkarte darüber.

Die sieben Frameworks auf einen Blick

FrameworkFormelStärkste WirkungTypischer Einsatz
AIDAAttention, Interest, Desire, ActionInteresse wecken, wo noch keins istWerbetexte, Landingpages, Anzeigen
PASProblem, Agitate, SolveBewussten Schmerz spiegelnSales-Texte, E-Mails, Angebote
SCQASituation, Complication, Question, AnswerZuhörer abholen und nicht verlierenVortrags-Einstiege, Memos, Beratung
BLUFBottom Line Up FrontKernaussage sofort liefernE-Mails, Reports, knappe Führung
PREPPoint, Reason, Example, PointSpontan strukturiert antwortenMeetings, Interviews, kurze Reden
STARSituation, Task, Action, ResultMit Fallbeispielen belegenBewerbungsgespräche, Case Studies
MonroeAttention, Need, Satisfaction, Visualization, ActionZum Handeln bewegenReden mit Handlungsaufruf, Pitches

Die Kurzprofile: was jede Formel wirklich kann

AIDA ist die älteste Überzeugungstreppe der Werbung: erst Aufmerksamkeit, dann Interesse, dann Verlangen, dann Handlung. Ihre Stärke ist der Aufbau von null - ihr Kippunkt ist erzwungenes Interesse: Wer die Treppe hochdrückt, statt sie anzubieten, produziert aufdringliche Reklame.

PAS beginnt beim Schmerz, der schon da ist, macht ihn fühlbar und löst ihn dann. Ehrlich eingesetzt ist das ein Spiegel; überdreht wird es zur Drückerkolonne. Der Abnahme-Test bleibt derselbe: Würdest du den Text einem Freund schicken?

SCQA ist der Berater-Einstieg: erst die geteilte Situation, dann die Komplikation, dann die Frage, die daraus zwingend folgt - und erst dann die Antwort. Nichts holt ein Publikum zuverlässiger ab; nichts wirkt hölzerner, wenn die Komplikation konstruiert ist.

BLUF stellt die Kernaussage an den Anfang - und erzeugt damit paradoxerweise Spannung statt sie zu töten: Wer die Konklusion kennt, will wissen, wie sie zustande kam. Das Framework der Wahl, wenn deine Leser wenig Zeit haben.

PREP ist BLUFs kleiner Bruder fürs Sprechen: Punkt, Begründung, Beispiel, Punkt. Die Struktur, die dich rettet, wenn du im Meeting unvorbereitet drangenommen wirst - der zweite Punkt am Schluss ist dabei kein Füllsel, sondern der Anker, der hängenbleibt.

STAR ist die kleinste vollständige Geschichte: Situation, Aufgabe, Handlung, Ergebnis. Ideal überall dort, wo du behaupten könntest, aber belegen solltest. Der Trick aus dem Artikel: Denk das Result zuerst.

Monroes Motivated Sequence ist das einzige der sieben, das für den Handlungsaufruf gebaut ist - und seine unterschätzte Stufe ist die Visualization: Erst wenn dein Publikum die Zukunft mit (und ohne) deine Lösung gesehen hat, trägt der Call to Action.

Und wenn dein Ziel gar nicht Überzeugen, sondern Vermitteln ist: Dafür gibt es 4MAT - den Lernzyklus, der niemanden zurücklässt.

Die Entscheidungshilfe: drei Fragen, eine Formel

  1. Kennt dein Publikum das Problem schon? Nein → AIDA (Interesse erst wecken). Ja, und es schmerzt → PAS.
  2. Sprichst oder schreibst du knapp und sachlich? Geschrieben (E-Mail, Report) → BLUF. Gesprochen und spontan → PREP. Als vorbereiteter Einstieg in ein komplexes Thema → SCQA.
  3. Willst du belegen oder bewegen? Belegen → STAR. Bewegen, mit klarem Handlungsaufruf → Monroe.

Wenn du tiefer willst: Jeder Link oben führt zum Einzelartikel mit durchgehendem Beispiel, Schritt-für-Schritt-Anleitung und Evidenz-Einordnung. Und wie sich diese Wirkformeln von Erzählstrukturen und Masterplots unterscheiden, klärt Wirkstruktur, Masterplot, Baustein.