Sabine
Die funktional Süchtige · Gestaltwandler
Marketing-Direktorin in einem Hamburger FMCG-Konzern, 44, geschieden, ein Sohn. Hyperarousal-Nervensystem, 380 Mails täglich, ein Kopf, der am Schreibtisch nicht abschaltet. Nennt sich selbst 'funktional addiziert' - und lacht dabei, weil Lachen die einzige Pause ist, die sie sich erlaubt.
Diese Figur ist vollständig erfunden und basiert auf keiner realen Person. Sie wurde von unserem Charakter-System entwickelt, um psychologisch stimmige, aber frei erzählte Perspektiven zu ermöglichen. Die hier gezeigten psychologischen Werte sind eine modellhafte Annäherung — kein klinisches Profil.
BWL-Studium in Mannheim, Trainee bei einem US-Konzern, seit 12 Jahren in Hamburg. Geschieden seit 2022. Ein Sohn (Moritz, 9), der jedes zweite Wochenende beim Vater ist. Hat nach der Scheidung versucht, Meditation zu lernen - drei Apps, zwei Bücher, ein Wochenend-Workshop. Alle abgebrochen nach spätestens drei Wochen, weil 'keine Zeit' und weil Stillsitzen sich anfühlte wie Versagen mit geschlossenen Augen.
Entwicklungsbogen
Hyperaroused Hamburgerin, die nicht sitzen kann: 380 Mails, zuckende Schultern nach drei Minuten, ein Kopf, der nie aufhört.
Vom Folgen jeder Unruhe zum Aufschreiben der Unruhe - von 0 auf 5 Minuten stabiles Sitzen, nicht täglich, nicht perfekt, aber echt.
Den Sonntagabend aushalten, ohne ihn zu fürchten - genug sein, auch wenn gerade nichts geleistet wird.
- Drei Minuten gesessen und festgestellt, dass nichts davon in drei Minuten wichtiger wurde
- 'Die Todesliste': Unruhe aufschreiben statt ihr folgen (US-05-03)
- Urlaubs-Rückfall - 14 Tage vorgehabt, der Zettel lag noch beim Koffer (Art. 19)
Psyche
- Wunde
- Als die Ehe 2022 zerbrach, erlebte sie das nicht als Beziehungsende, sondern als Beweis: Sobald sie kurz nicht hinsieht, bricht etwas weg. Stillstand wurde gleichgesetzt mit Verlust. Seither ist Pausen-Machen für sie nicht Erholung, sondern Kontrollverlust mit Ansage - der Moment, in dem das Nächste wegbricht.
- Lüge
- Solange ich erreichbar bin, liefere und nichts verpasse, kann nichts mehr wegbrechen. Mein Wert ist meine Funktion. Wenn ich aufhöre zu funktionieren, bin ich niemand mehr - und braucht mich niemand mehr.
- Maske
- Die kompetente, schnelle, selbstironische Direktorin, die 380 Mails wegarbeitet und über das eigene Tempo laut lachen kann. Der Humor ist die Maske über der Erschöpfung: 'funktional addiziert' klingt nach Pointe, nicht nach Hilferuf - genau so soll es klingen.
- Schatten
- Die Angst, im Stillstand zu verschwinden - und die Vorahnung des Zusammenbruchs, der kommt, bevor Moritz erwachsen ist. Darunter ein Selbstwert, der vollständig an Leistung hängt: ohne den Job, ohne die Erreichbarkeit bliebe eine Frau, die nicht weiß, ob sie noch jemand ist.
- Wunsch
- Endlich abschalten können - den Schreibtisch-Kopf zum Schweigen bringen, drei Minuten sitzen ohne aufzuspringen, die Stille am Sonntagabend aushalten, statt sie zu fürchten.
- Bedürfnis
- Spüren, dass sie auch dann genug ist, wenn sie gerade nichts leistet - dass ihr Wert nicht an Erreichbarkeit hängt. Nicht die Unruhe abstellen, sondern aufhören, ihr zu folgen, ohne sich dafür zu verurteilen.
- Angst
- Dass sie zusammenbricht, bevor Moritz volljährig ist - und dass die Firma sie eines Tages nicht mehr braucht und mit ihr die einzige Bestätigung verschwindet, die sie noch hält.
- Sehnsucht
- Einen Sonntagabend in stiller Wohnung erleben, ohne dass die Leere wie ein Vorwurf klingt - angekommen sein bei sich selbst, nicht bei der nächsten Aufgabe.
Selbstbild-Diskrepanz
- Idealbild
- Die Frau, die alles im Griff hat: Karriere, Sohn, Selbstoptimierung - souverän, erreichbar, unverzichtbar.
- Selbstbild
- Eine kompetente, witzige Macherin, die eben 'funktional addiziert' ist - als wäre das eine charmante Macke und keine Erschöpfung.
- Realbild
- Hyperaroused und ausgebrannt; sie kann nicht drei Minuten stillsitzen, verwechselt Erreichbarkeit mit Verantwortung und fürchtet die Stille mehr als die Überlastung.
- Fremdwahrnehmung
- Wirkt nach außen souverän, schlagfertig, belastbar - die Brüchigkeit dahinter zeigt sie nur, wenn die Anglizismen wegfallen und norddeutsche Klarheit durchkommt.
- Diskrepanz
- Zwischen 'alles im Griff' (Maske) und 'im Stillstand verschwinde ich' (Schatten); bricht jeden Sonntagabend auf, sobald nichts mehr zu erledigen ist.
Werte
Eigenschaften
Stärken
- Hohe Kompetenz und Schnelligkeit unter Druck
- Selbstironie - kann über die eigene Absurdität laut lachen
- Schonungslose Ehrlichkeit sich selbst gegenüber, sobald die Anglizismen wegfallen
- Steht ohne Zögern für ihren Sohn ein, auch gegen wichtige Meetings
Schwächen
- Kann den Schreibtisch-Kopf nicht abschalten - Hyperarousal als Dauerzustand
- Verwechselt Erreichbarkeit mit Verantwortung
- Unfähig, eine angefangene Praxis ohne Perfektion durchzuhalten
- Vergleicht ihre Praxis ständig mit anderen und verliert dabei den eigenen Maßstab
Ängste
- Dass sie zusammenbricht, bevor Moritz volljährig ist
- Dass ihre Firma sie irgendwann nicht mehr braucht - und sie ohne den Job niemand mehr ist
- Die Stille am Sonntagabend, wenn Moritz beim Vater ist und nichts mehr zu erledigen bleibt
Wünsche
- Einmal sitzen können, ohne dass die Schultern nach drei Minuten hochzucken
- Spüren, dass sie auch dann genug ist, wenn sie gerade nichts leistet
- Sonntagabend nicht mehr als schlimmsten Punkt der Woche fürchten müssen
Eigenheiten
- Packt jede innere Unruhe in eine ToDo-Liste, die sie ihre 'Todesliste' nennt
- Checkt 380 ungelesene Mails durch, von denen keine einzige wichtig ist
- Springt nach drei Minuten Stillsitzen auf, weil die Schultern zucken
- Schreibt dem Digital Monk eine Mail, wenn ein Listen-Eintrag besonders ehrlich wird
Beziehungen, wie Sabine sie sieht
Gerichtete, subjektive Sicht: die Wahrnehmung kann gegenseitig abweichen (A → B ≠ B → A).
Sabine
Lebensphasen
- 2002–2010
BWL in Mannheim, dann Trainee-Programm bei einem US-Konzern. Lernte früh, dass ein drohender Zusammenbruch durch noch mehr Leistung überschrieben werden kann.
ursprung_des_leistungs_als_loesung_musters
- 2014–2022
Seit 12 Jahren in Hamburg, Aufstieg zur Marketing-Direktorin, Geburt des Sohnes Moritz. Job und Familie konnten nie beide gleichzeitig funktionieren.
verdichtung_des_konflikts
- 2022–2023
Scheidung 2022. Danach drei Anläufe zu meditieren - drei Apps, zwei Bücher, ein Wochenend-Workshop -, alle nach spätestens drei Wochen abgebrochen.
die_wunde_und_die_vergeblichen_selbstheilungsversuche
Ereignisse
- 2025Routine
380 ungelesene E-Mails. Nicht eine einzige war wichtig. Aber sie konnte nicht aufhören zu checken - der Schreibtisch-Kopf schaltet nie ab.
getrieben_erschoepft
Kontrolle / Orientierung -4Lustgewinn -4 - 2025Krise
Drei Minuten Sitzen - dann zucken die Schultern, sie muss aufspringen. Hyperarousal-Pol der Serie: das Nervensystem lässt keine Stille zu.
unruhig_blockiert
Kontrolle / Orientierung -5Selbstwerterhöhung -4 - 2026Einsicht
Sitzt drei Minuten und stellt fest, dass nichts davon in drei Minuten wichtiger wurde. Erste Risse in der Gleichung 'erreichbar = wichtig'.
ueberrascht_nuechtern
Kontrolle / Orientierung +4Selbstwerterhöhung +5 - 2026Wendepunkt
Wendepunkt: Statt jeder Dringlichkeit zu folgen, schreibt sie die Unruhe auf eine Liste - die 'Todesliste' - und nutzt sie als Meditationsobjekt. Aufschreiben statt Folgen. Von 0 auf 5 Minuten stabiles Sitzen.
befreit_ernuechtert
Kontrolle / Orientierung +8Lustgewinn +6Selbstwerterhöhung +8 - 2026Begegnung
Sangha-Mitglied im Dresdener Wohnzimmer neben Andreas, Kenji, Anh und Pavel. Erstes Sitzen in Gemeinschaft - und der Vergleich mit den anderen, der ihr eigener Stolperstein ist.
verbunden_unsicher
Bindung +6Anh: Bindung +8, Vertrauen +8 - 2026Krise
Urlaubs-Rückfall: 14 Tage lang vorgehabt, wieder anzufangen - nichts getan. Zuhause findet sie den Zettel beim Koffer-Ausräumen. Rückschlag, der die Praxis nicht beendet.
ernuechtert_milder_mit_sich
Kontrolle / Orientierung -2Selbstwerterhöhung -3 - 2026Begegnung
[GEPLANT] Einfuehrung als Marketing-Direktorin im Hyperarousal: 380 Mails, zuckende Schultern, ein Kopf, der nicht abschaltet. Ihr Fernziel bleibt ein abgeschalteter Abend mit ihrem Sohn Moritz, ohne die Todesliste im Kopf.
getrieben_sehnsuechtig
Sprachmuster
- Wortschatz: gehoben
- Satzlänge: kurz
- Ton: neutral
Wiederkehrende Sätze
- „380 ungelesene E-Mails. Nicht eine einzige war wichtig. Aber ich konnte nicht aufhören zu checken."
- „Drei Minuten Sitzen - dann zucken meine Schultern. Ich muss aufspringen."
- „Ich habe drei Minuten lang gesessen und festgestellt, dass nichts davon in drei Minuten wichtiger wurde."
- „Meine Todesliste wird länger, nicht kürzer. Aber sie wird ehrlicher."
- „Ich habe im Urlaub 14 Tage lang vorgehabt, wieder anzufangen. Zuhause fand ich den Zettel beim Koffer-Ausräumen."
Typische Formulierungen
- „Quick sync, dann bin ich gleich bei dir."
- „Müssen wir mal alignen, da fehlt mir die Bandbreite."
- „Kann ich das einfach kurz aufschreiben, statt es jetzt zu machen?"
- „Ehrlich? Ich weiß nicht mehr, wann ich zuletzt einfach gesessen habe."
Sprach-Tics
- Business-Anglizismen im Job-Modus ('alignen', 'Bandbreite', 'Quick sync')
- Anglizismen fallen schlagartig weg, wenn es persönlich wird - dann norddeutsche Klarheit
- Selbstironischer Auflacher mitten im ernsten Satz
- Zählt Dinge in Zahlen (380 Mails, 3 Minuten, 14 Tage)
Wissensgrenzen
Weiß über
- Dass ihr Job sie ausbrennt - und dass sie ihn trotzdem liebt
- Dass ihr Mail-Checken eine Sucht ist, die nichts mit Wichtigkeit zu tun hat
- Die Technik, Unruhe aufzuschreiben statt ihr zu folgen
- Marketing, FMCG-Branche, Konzern-Politik auf Direktoren-Ebene
Weiß nicht
- Dass ihre Kontroll- und Erreichbarkeitssucht eine Schutzkonstruktion gegen die Stille ist
- Dass 'funktional addiziert' eine Diagnose ist, die sie als Pointe tarnt
- Dass sie auch ohne Leistung genug wäre - sie glaubt es nicht wirklich
- Wie man eine Praxis durchhält, die sich nicht nach Erfolg anfühlt
Auftritte
- hypnoticstorytellingZeigefigur Hyperarousal / Hauptfigur US-05-032026aktiv